Bemerkenswert

Granada

Touristenstadt Granada

Nach der Fahrt auf der Fähre mit dem Ausblick auf die Vulkane im Rücken, trafen wir wieder auf unsere altbekannten Busfahrer.
Langsam fühle ich mich in diesem Bus auch schon zu Hause. Schlafend kann ich nicht allzu viel zur Fahrt sagen, glaube aber damit doch die Gruppendynamik gut beschrieben zu haben. Waren ja kurze Nächte!

Mittags kamen wir dann in Granada an und merkten sehr schnell, dass die Stadt voll von Touristen ist, wie ich finde zu Recht.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen und Erhalt eines Stadtplans, stand es jedem frei die Stadt in Kleingruppen zu besichtigen. Während eine Kleingruppe (Niklas, Johanna, Mona und Joel) für einen Tag nach Managua reiste, ruhten andere sich erstmal aus. Die meisten trafen sich aber wohl an den Marktständen, um Nica-Shirts und Mitbringsel zu kaufen. Nachmittags kamen dann auch Jean Paul de Jesús, Lu, Ludwig, Elvis, Oskar und Malisio an. Am späten Nachmittag/frühen Abend wechselten dann eigentlich nur die Rollen. Schlafende -> Shoppen, Shoppende -> Schlafen.
Bis wir dann abends gemeinsam Pizza essen gingen.
Wenig überraschend gestaltete sich anschließend das Abendprogramm eine Bar auszusuchen und wahlweise „roncito“ oder „toña“ zu trinken, allerdings etwas wehmütiger als sonst. 🙂

Den letzten Tag in Granada verbrachten alle in Kleingruppen die Stadt erkundend, natürlich nicht ohne vorher den Pool getestet zu haben, der in der Tat eine herrliche Wassertemperatur hatte. Neben Treffen anderer Grüppchen, habe ich eine Tour zu den Isletas gemacht. Die meisten der 365 Inselchen sind privat und dienen als Ferienhaus, gerne mit Pool oder zumindest Whirlpool. Mindestens drei stehen aktuell zum Verkauf. Wäre bestimmt ein tolles Geschenk, falls jemand noch ein Weihachtsgeschenk braucht.
(Unsere Gruppe stellt sich auch gerne bereit als Empfänger/ Housesitter und Pooltester: da sind wir ganz flexibel! )

Auch den Ausblick vom Kirchturm über die Stadt, um das Treiben der Stadt zu bestaunen, kann ich nur wärmstens empfehlen. Man merkt wohl, dass auch Granada mir in guter Erinnerung geblieben ist!
Abends trafen wir uns dann mit der Tanzgruppe von Roberto Vallecillo, die selbst schon in Deutschland waren, in Managua und Tanzkurse für Jedermann, -frau, – alle anbietet. Für uns gab es als Geschenk einen Merengue-Tanzkurs.
Zwar nicht unser Lieblingstanz aber vielleicht gerade deswegen gut gewählt. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall, da auch Malisio nicht alle Drehungen kannte.
Im Anschluss ging es dann zum letzten Mal gemeinsam Nica-Essen.
Danach hieß es dann tatsächlich zum letzten Mal: La ultima!
Während sich die einen zumindest für ein paar Stunden schlafen legten, beschlossen andere La ultima noch etwas hinauszuzögern und machten bis 4 Uhr durch.

von Maria

Die beschwerliche Rückreise nach Deutschland und viele schöne Erinnerungen

Heute ist der Tag der Abreise. Einige, die die Nacht durchgemacht haben, kamen kurz vor dem Bus, der uns abholt, um noch die letzten Gegenstände in ihre Koffer zu verstauen. Für die anderen hieß es dann ca. 3:30 Uhr aufstehen und das Gleiche tun…

Zum letzten Mal konnten wir die Pack- und Verstautechniken der Minibusfahrer bewundern und verfolgen und schon hieß es  „auf zum Flughafen“. Auf der etwa 1-stündigen Fahrt nutzten viele die Zeit um ein bisschen zu schlafen.

Am Flughafen angekommen, war es wieder Zeit zu warten. Dieses Mal wurden wir in Gruppen (Buchungsgruppen) zusammen eingecheckt, was nach dem Warten in der Schlange eine Erleichterung war. Ist wohl das Glück mit uns? Auch der Flug von Managua nach Houston lief problemlos und die Kontrollen in Houston meisterten wir sehr gut und auch schneller als bei der Hinreise.

Leider hatte unser Flug von Houston nach Frankfurt ca. 2 Stunden Verspätung, wodurch wir unseren Anschlussflug in Frankfurt verpassten. Es konnten leider nur 5 Personen aus unserer Gruppe dann von Frankfurt nach Nürnberg mit dem nächsten Flugzeug fliegen. Glücklicherweise hatten einige von Houston aus schon Verwandte gefunden, die nach Frankfurt fahren können und uns ggf. abholen können. In Nürnberg, auch wieder mit Verspätung angekommen, warteten 4 von 5 Personen hoffnungsvoll auf ihren Koffer, jedoch kamen diese nicht an. Einige Tage später erhielt jedoch jeder von unserer ganzen Truppe seinen Koffer und konnte die Mitbringsel seinen Verwandten und Bekannten überreichen.

 

Nach unglaublichen 4 Wochen in einem faszinierenden Land bin ich sehr froh dabei gewesen zu sein. Es war eine wunderbare Zeit und man hat so viele neue Sachen entdecken können und erlebt, dass einem das Land jetzt schon wieder fehlt.

 

Vielen Dank an die ganzen lieben Menschen, die uns im Vorfeld vorbereitet haben und sich um uns in San Carlos und in den anderen Orten, die wir besucht haben, gekümmert haben. Das Programm war spitze und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, eine solche Chance zu nutzen.

31.8. (Melissa)

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Die Bezwingung des Concepcion

27. und 28. August 2016

Am morgen des 27. August standen die Abenteuerlustigen unter uns munter um 6 Uhr auf um uns auf die geplante Abfahrt in Richtung des Vulkans Concepcion vorzubereiten. Da man uns versichert hatte für Wasser und Essen sei gesorgt waren wir unbekümmert und frohen Mutes. Kaum wahren wir am Fuße des Vulkans angekommen stürmten wir auch schon los ohne Rücksicht darauf, das wir ca. 8 km und 1.600 Höhenmeter vor uns hatten. Es dauerte auch nicht lange und wir wahren schweißgebadet und fragten uns wie genau die mageren 2 Liter Wasser pro Person ausreichen sollten. Kurz darauf mussten wir einige Mitstreiter zurücklassen, da sie ohne Rücksicht auf Verluste schon all ihre Kraft aufgebraucht hatten. Ein einheimischer Landbesitzer, dem anscheinen der Teil des Concepcion gehörte, auf welchem wir uns befanden, nutzte die Gelegenheit uns einen Wegzoll von einigen Cordoba abzuknöpfen, was für einige Verwirrung unsererseits führte. Eine Stunde später teilte sich unsere Gruppe endgültig in zwei Teile. Die rücksichtslosen vorne, die so schnell sie konnten den Berg zu erstürmen versuchten und die besonnenen hinten, die sich mehr Zeit ließen und so ihre Kraft sparten.

Je höher wir kamen um so mehr wurde unser Schnaufen durch Fluchen und Nörgeln der Prinzessin übertönt und mehr und mehr wurden Unmutsäußerungen wie: „Ich kann nicht mehr“, „Meine Schuhe lösen sich auf“ oder „ Mein Wasser ist alle…“ laut. Schließlich jedoch, nach 5 Stunden mühsamen Aufstiegs wurden wir schließlich von Schwefelduft am Rande des Kraters empfangen. Stolz und erschöpft ließen wir uns am Rande des Kraters nieder und genossen eine wohlverdiente Pause voll Ungeziefer und Schwefelgeruch.

Nachdem wir unsere Kräfte zurückgewonnen hatten machten wir uns an den Abstieg und wurden dann im Hotel von einer angeheiterten Gruppe zurückgebliebener empfangen. Nachdem wir dann geduscht und gefüttert wahren saßen wir noch lange zusammen um uns Musik verschiedener Güteklassen anzuhören und einen weiteren Abend mit Nicaraguas Nationalgetränk zu verbringen.

Am Morgen des 28. August stiegen wir zerschlagen von den Anstrengungen des letzten Tages zeitig um 10 Uhr aus unseren Betten und schleppten uns an den Frühstückstisch. Danach machten wir uns auf den Weg in Ojo der Agua, was ein natürliches Wasserreservoir ist, aus dem ein Schwimmbad gebaut worden war. Dort entspannten wir uns beim Baden im erstaunlich kalten und erfrischenden Wasser. Zum Mittagessen fuhren wir dann an eine Strandbar wo wir dann nach dem Essen auch im Nicaragua-See baden konnten. Dieser war allerdings so warm, dass das Gefühl aufkam, man befände sich in der heimischen Badewanne. Nachdem wir den Nachmittag mir Baden und Dösen verbracht hatten, begaben wir uns zurück ins Hotel und aßen in einem benachbarten Restaurant bei erschwerten Bedingungen zu Abend, da der Strom sich als wenig zuverlässig erwies. Auch dieser Abend endete dann letztendlich wieder in einer fröhlichen Rumsitzung im idyllischen Innenhof unseres Hotels.

von Gustav Schneider

 

Der lange Abschied aus San Carlos

25 und 26 August 2016.20160826_175221

Der 25. August begann für uns alle um 9:00 Uhr am Morgen. Wir trafen uns im Parque Central von San Carlos, um die Verabschiedung unserer Gruppe zu organisieren. In Kleingruppen wurden Aufgaben, wie die Vorbereitung einer Abschieds- und Dankesrede, die Zubereitung von Essen und die Erstellung einer Bildpräsentation verteilt. Zudem wurden wir von Inka schon einmal darauf hingewiesen, dass wir heute Abend unser kulturelles Mitbringsel aus Deutschland (ein Tanz zu einem Lied über San Carlos) und einen Bachatatanz, vor den Augen unserer neuen Freunde aus San Carlos, den Gastfamilien und allen Organisatoren, aufführen würden. Also, toi, toi, toi.

Den Vormittag und den Nachmittag verbrachten wir daraufhin auch fleißig damit, Ideen zu sammeln, zu kochen und unsere besten Bilder zusammenzusuchen. Ein Problem ergab sich lediglich dadurch, dass Johannes seinen Computer, aufgrund eines Stromausfalls, bis zum Nachmittag nicht laden konnte und sich die Bildpräsentation deshalb verzögerte. Aber nichtsdestotrotz wurden wir alle bis 17:00 Uhr fertig und fanden uns rechtzeitig in der Tertulia, dem Kulturzentrum von San Carlos, ein. Um 19:00 Uhr wurde unsere Verabschiedung dann offiziell, durch die Worte von Marvely, eingeleitet. Und wir gaben uns allesamt Mühe dabei, zu tanzen und unseren Text vorzutragen. Möglichst, ohne sich dabei in den Zeilen zu verlieren. Was mir allerdings nicht gelang.

Aber auch von der Seite unserer nicaraguanischen Gastgeber aus, wurde uns einiges geboten. So wurden unsere Augen, durch die Aufführung eines Flamencotanzes von einer wirklich professionellen Tänzerin, verwöhnt und unseren Ohren wurde, durch ein Minikonzert einer wirklich guten, einheimischen Dreimann-Band, das gleiche Schicksal zuteil. Danach aßen wir und unterhielten uns noch einmal mit Luis, bevor dieses Programm beendet wurde und die Familien nachhause gingen.

Doch damit war dieser Abend für uns lange noch nicht zuende. Wir verteilten uns zunächst, weil einige sich von ihrer Familie noch einmal verabschieden wollten. Andere hingegen gingen gleich zum Malecón, der Uferpromenade von San Carlos, an der wir uns auch davor schon fast jeden Tag abends trafen. Um 23:00 Uhr stieß ich zu den anderen, am Malecón, dazu. Gleich darauf gingen wir gemeinsam in die Champa, also die Diskothek von San Carlos, um dort ein letztes Mal zu feiern und zu tanzen. Abschließend muss ich sagen, dass es sehr schön war, diese Erfahrung gemacht zu haben und, dass ich glücklich darüber bin, diesen Ort, im Rahmen der Städtepartnerschaft, besucht zu haben und die Menschen dort kennengelernt zu haben. Wir haben alle davon profitiert und es sind gute Freundschaften und auch Liebesbeziehungen entstanden. Die letzten von uns gingen um ca. 4:00 Uhr am Folgetag nach Hause.

Wir waren dennoch alle wieder früh auf den Beinen, da unser Bus in Richtung Isla de Ometepe, schon früh vorbeikam. Ein letztes Dankeschön an die Familie, eine Umarmung zur Verabschiedung oder ein Kuss und schon stiegen wir mit gepackten Koffern in den Bus ein. Je nachdem hinterließen wir natürlich unsere Emailadresse oder unseren Facebooknamen. Während der Busfahrt und auch der darauffolgenden Schiffsfahrt ließ sich dass Ausmaß von letzter Nacht allerdings spüren, weshalb die meisten von uns sich weniger aktiv, sondern passiv, also schlafend, verhielten. Wir kamen am späten Nachmittag in unserer Unterkunft auf Isla de Ometepe an und ließen den Abend ruhig ausklingen, um uns auf die Vulkanbesteigung am nächsten Tag vorzubereiten.

von Niklas Hauer

„Ich möchte eine Calala“

23. und 24. August 2016

Der Dienstag unserer letzten Woche in San Carlos beginnt mit einem Besuch der städtischen Universität, die es sowohl den Einwohnern, als auch vielen Menschen aus den umliegenden ländlichen Regionen, ermöglicht zu studieren. Kurse finden hier alle 15 Tage statt. Der Leiter der Einrichtung führt uns herum und erklärt uns das Konzept der Uni, das sich an den Lehren des Pädagogen Paolo Freire orientiert.

 Nachmittags geht es für uns dann zu der Finca von Luis Eltern. Auch hier bekommen wir eine Führung, diesmal durch die Anbauflächen und Luis schlägt uns währenddessen eine Mango nach der anderen vom Baum. Anschließend geht unser, mittlerweile schon ganz beträchtlicher,  Nica-Anhang eine Runde im Fluss baden, wir, die leider alle unsere Badesachen nicht dabei haben, naschen unterdessen Calalas und ein wenig Zuckerrohr. Abends wird dann noch, mehr oder weniger gekonnt, der Tanzkurs gemeistert und selbstverständlich findet der Tag seinen Abschluss mit dem ein oder anderen Bierchen am Malecon.

Am nächsten Tag geht es auf auf nach San Miguelito, wo wir zunächst das örtliche Frauenhaus und seine Aufgaben von einigen Mitarbeiterinnen näher vorgestellt bekommen und später die Schneiderei der Deutschen Frieda Weiß besuchen, die auch dazu dient Frauen des Dorfes eine berufliche Perspektive zu bieten. Hier wird dann auch kräftig eingekauft.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Boot auf eine Sandbank, es wird gebadet und wer möchte hat die Möglichkeit sich im Wasserski zu versuchen. Natürlich geht es auch danach noch an den Malecon und es kommt zum ersten großen Stromausfall, den wir seit unserer Ankunft in San Carlos erleben. Dadurch erhalten wir einen Ausblick auf einen fast schon unwirklich klaren Sternenhimmel während sich ein weiterer unvergesslicher Tag dem Ende zuneigt..

Auf den Spuren von Ernesto Cardenal

P1030058Hallo zusammen! Hier der Bericht vom 21. Und 22. August:

Am Sonntag (21.) geht es nach dem Frühstück zur Insel Macarron, die für ihre Balserholzfiguren bekannt ist. Wir bummeln durch die Läden und verschiedene Figuren, vom Vogel über Serviettenhalter bis zum Mobile werden erworben.

Zudem schauen wir uns die örtliche Kirche an, in der der berühmte nicaraguanische Priester, Befreiungstheologe, Lyriker und FSLN-Politiker Ernesto Cardenal mit der Misa Campesina aktiv war.

Ein Teil der Gruppe geht noch zur Badestelle diese sich allerdings erweist. Mit Ameisenbissen an den Füßen kehrt die Gruppe an die Anlegestelle zurück und wartet mit den anderen auf die Whisky-trinkende Bootscrew und unsere Responsable Esther, die ihrer Konsumlust freien Lauf gelassen hat.

Nachdem wir nach einiger Verspätung (Regen und rauer Seegang) wieder in San Carlos angekommen sind, gehen wir am Abend noch in die Disko Champa. Allerdings war Karaoke-Abend, und nicht die begabtesten gaben ihre Gesangsküste zum Besten. Ich gehe daher schon früh nach Hause.

Am Montag darauf (22.) stand nach einer Plangänderung statt des Besuchs einer Kakao-Finka die Grenzbrüke „Puente Santa Fe“ auf dem Plan. Nach einer Fahrt durch Wind und Regen, aber mit Kartenspielen und Passkontrolle mit einer Camioneta (Pick-Up, unter anderem mit Passagieren auf der Ladefläche) fand sich die Gruppe zu ihrer Überraschung jedoch doch auf einer Kakao-Finca wieder. Dort wird uns das Projekt einer NGO vorgestellt, bei dem die Bauern im Kakaoanbau schult.

Danach geht es noch zu einer anderen Kakao-Finca. Hier beginnt allerdings die Stimmung allmählich zu kippen, da wir immer noch nicht wissen, was heute der Plan ist und die Leute auf der Ladefläche eine Dusche nach der anderen abbekommen.

Zuguterletzt ging es dann aber doch noch zur Brücke und darüber hinaus zur eigentlichen Grenze.

Müde kommen wir wieder in San Carlos an, und da es doch spät geworden ist, ist der Rest des Tages Freizeit.

von Johannes

Warum, warum, warum? Künstlerparadies!

Warum, warum, warum ist die Banane krumm? 

Eine Frage, die nicht nur ich meinen Eltern gestellt haben dürfte und dessen Antwort ich mal als bekannt voraussetze.

Los Guatuzos wirkt klimatisch wie Geburtstag und Weihnachten zusammen- nur leider nicht für uns, sondern die Moskitos Nach der ersten Nacht im Urwald umgeben von Brüllaffen, Riesenspinnen und Kaimanen -, startete unser Tag nicht mit Gallo Pinto (typisches Nica- Frühstück, sondern mit Pancakes. Das Ausmaß unserer Freude brauche ich an dieser Stelle wohl nicht ausführen. 

Gestärkt in den Tag fuhren wir zu einer Schule. Nach der Begrüßung mit traditionellem Folkloretanz und der Aufklärung über Nationalflagge, -geschichte, -baum und -pflanze durch die Lehrerschaft und wo wir Zeugen dreier Wettbewerbe wurden. Die Schüler dreier Schulen hatten je die Aufgabe einem Gedicht, einen Aufsatz und eine Zeichnung zum Thema Natur zu gestalten. Initiiert wurde das Ganze von einem lokalen Umweltkomitee.

 

Später maßen wir uns mit den Kindern noch in den Disziplinen Limonenlauf, Froschhüpfen, Sackhüpfen und Wettlauf. Niklas mit seinen langen Beinen muss man an dieser Stelle einfach einen klaren Vorteil zusprechen.

Zur Feier gab es dann noch für die Kinder eine Piñata, die wir in der Höhe regulierten. Trotzdem waren wir gegen die geübten Piñataschläger relativ machtlos, sodass schon nach kurzer Zeit Bonbons und Lollis regnete.
Nach einem gemeinsamen typischen Nica-Essen verabschiedeteten wir uns dann von den Kindern und fuhren zu unserer Finca.


Nachmittags begingen wir dann noch einen Pfad durch den Wald. Und eine Führung durch ein Kaimanenhäuschen, wo 4 Kaimane im Alter von 2 Monaten bis 5 Jahre zur Forschung des Ernährungsverhalten und zur Anschauung untergebracht sind. Fast nebenan gibt es ein Schildkrötenhäuschen, dort werden sämtliche gefundene Schildkröteneier in Sand eingebuddelt, damit sie sicher schlüpfen können. Von den mehreren tausend Schildkröten werden 30% ausgewildert und 70% als Haustiere ins Um-, In-, und Ausland verkauft. 

Hauptattraktion zwischen den Schildkrötenkindern verschiedener Altersklassen war eine zweiköpfige Schildkröte. Aufgrund der Seltenheit ist nicht klar, ob diese auf Dauer überlebensfähig ist.

Sattgesehen hatte ich mich noch lange nicht, als wir dann den Wald begingen Pflanzen anschauten und einen Hochseilpfad in etwa 5-8 m Höhe begingen. Während ich optimistisch die Pflanzenwelt bestaunte und den Brüllaffen zuhörte, ließen sich unsere  Skeptiker durch Panzertape und Kabelbinder beeindrucken. 

Die Skeptikern zuhause möchte ich an dieser Stelle beruhigen: wir haben lediglich tolle Fotos aber keine Schäden mitgenommen.

Tolle Fotos machten unsere Hobbyfotografen auch aufgeteilt auf eine Sonnenabend-, und Nachttour in einem Boot auf dem Rio Papaturro von verschiedenen Tieren wie Kaimanen, Affen, Faultiere, einige Vertreter der bunten Vogelwelt, Spinnen und vielem mehr. 

Während ich beim einschlafen kurz meine Brüder meinte zu hören, deren Imitation von Affen den Brüllaffen fast identisch ist und irritiert feststellte, dass wohl eher die Brüllaffen als Verursacher gelten dürften, schliefen sich andere für eine Morgengrautour zu Fuß durch den Wald aus.

 

Künstlerparadies

Ausgeschlafen im Dschungel fuhren wir nach dem Frühstück nach Solentiname, einem Inselarchipel bestehend aus 36 Inseln.

Die paradiesisch schönen Inseln beinhalten Petroglyphen von vor 800 und 500 Jahren der Indigenen Ureinwohner. 

Außerdem entstand dort ein wichtiger Ort für naive Malerei durch Unterstützung eines Pfarrers namens Ernesto Cardenal, der dort auch die Kirche erbauen/ renovieren ließ. 

Einen der bekanntesten Vertreter, auf jeden Fall den ältesten durften wir selbst kennenlernen. Rodolfo Arellano. Er und seine Familie malt die Schönheit Solentiname auf Leinwänder, sodass man bei Betrachtung in Ehrfurcht erstarrt, wo man gerade Urlaub macht.

Zurück in Hotel verbrachte ich damit immer besser Skat zu spielen, schauten wir alle gemeinsam den wundervollen Sonnenuntergang an und abends ging das Abendessen in eine der lustigsten Feiern der Fahrt über. 

La ultima(tiv)! 

Viele Bäume werden gepflanzt

nach dem Bäumepflanzen in Los Guatuzos (2)Nun ein paar Worte zum 17.8. und 18.8.2016. Nach dem freien und erholsamen Tag waren am 17.8. wieder alle einigermaßen fit am Start.

Am Vormittag hieß es für uns das erste Mal Bäume pflanzen in Nicaragua. Einige sind mit einer etwas anderen Vorstellung der Bäume, die wir pflanzen werden, zum Instituto San Carlos Borromeo  (Sekundarstufe) gefahren. Ein Teil von uns hat die Bäume mit abgeholt und haben festgestellt, dass es eher Bäumchen (ca. 20-25 cm hoch und sehr dünn und filigran) sind. Nach einem kurzen hin und her, wo die Bäumchen gepflanzt werden dürfen, wurde der richtige Platz auf dem Schulgelände gefunden. Danach wurde noch mit der „Schulgarten-AG“ (die nicaraguanischen Schüler müssen eine gewisse Anzahl an Stunden im ökologischen bzw. sozialen Bereich ableisten) über ihre Aktivitäten gesprochen. Des weiteren wurde an die Schüler das kleine Büchlein „MI AMIGO EL ÁRBOL“ verteilt und es wurde sich über die häufigsten vorkommenden Pflanzen und Tiere in beiden Ländern ausgetauscht.

Den Nachmittag hatten wir frei. Am Abend hatten Flavia und ich die Gelegenheit mit Luis Kaimane fangen zu gehen. Kaimane haben wir zwar gesehen, aber leider nicht in der Hand halten können. Dafür konnten wir Fotos mit einer Wasserschildkröte, mit Leguanen und Vögeln machen.

Am 18.8. hatten wir den Vormittag frei, um unser Gepäck für die Reise nach Los Guatuzos vorzubereiten. Um 12:45 haben wir uns an der Migración in San Carlos getroffen, um mit dem Boot dorthin zu fahren. Auf dem Weg haben wir noch am Ufer vom Fluss in Los Guatuzos Bäumchen gepflanzt, damit diese in ein paar Jahren das Ufer schützen können.

Der restliche Nachmittag/Abend war dann eher gemütlich und wir ließen in einer kleinen „Dorfkneipe“ den Abend ausklingen.

von Melissa

Start in die zweite Woche

Nach unserer Rückkehr aus El Castillo ist leider ein Teil der Gruppe krank und kann nicht am Programm teilnehmen. Auch unsere beiden „Responsables“ Inka und Esther sind krank, kämpfen sich aber tapfer durch das Programm bzw. die Betreuung der Menschen im Krankenhaus.

Thematisch passend dazu besichtigt der Rest der Truppe heute das Krankenhaus und das Gesundheitszentrum in San Carlos.

Das Krankenhaus „Dr. Luis Felipe Moncalda“ (benannt nach einem Arzt, der im Kampf gegen die Somoza-Regierung starb) ist das einzige staatliche Krankenhaus in der gesamten Region Rio San Juan und damit für etwa 130.000 Menschen zuständig. Wie überall in Nicaragua ist ist die staatliche Krankenversorgung hier kostenlos. Daneben gibt es noch private Krankenhäuser, in denen man allerdings für die Behandlung bezahlen muss.

Wir treffen uns um 9 Uhr morgens im Krankenhaus und bekommen eine Führung von Dr. Ruiz persönlich. Dieser nimmt sich für uns wahnsinnige 2 Stunden Zeit um uns einen Einblick in die Arbeit des Krankenhauses zu geben. Wir bekommen Zutritt in allen Räumlichkeiten, Geräte werden uns erklärt und Ärzte vorgestellt. Dabei müssen wir uns immer wieder das Missverständnis ausräumen, MedizinstudentInnen zu sein. Die Ärztinnen und Ärzte bemühen sich sehr, uns alles ganz genau zu erklären, was hin und wieder an unserem medizinischem Fachwissen (noch dazu in Spanisch) scheitert. Bei der Führung betont Dr. Ruiz die Förderung durch die Städtepartnerschaft und weißt auf Geräte wie das Ultraschall besonders hin, betont aber auch andere Neuerungen wie die Untersuchung auf Krebs, die früher nur in Managua möglich war.

Nachdem wir einen Patienten bei der Physiotherapie beobachten konnten, sehen wir uns zum Schluss das Mütterzentrum („Casa de mujeres“) an. Hier können alle schwangeren Frauen, die weiter außerhalb wohnen, oder bei deren Schwangerschaft Komplikationen zu erwarten sind bis zur Geburt unterkommen.

Das ist wohl insbesondere deshalb wichtig, da vor allem die lange Reise vom Land aus zu hohen Müttersterblichkeit beiträgt. Wir verabschieden uns von Dr. Ruiz und machen uns etwas später am Tag auf den Weg ins Gesundheitszentrum. Dieses liegt etwa 10-20 Minuten außerhalb von San Carlos. Die Direktorin Maria Romero empfängt uns.

Das Gesundheitszentrum ist vor allem für Präventionsarbeit zuständig. Es beitreibt Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen über Verhütung und Schwangerschaft, aber auch über von Mücken übertragbare Krankheiten wie z.B. Dengue und Zika (Die Verhütung können sich alle Frauen kostenlos abholen bzw. beraten lassen). Auch hier ist die Beratung sowie Versorgung mit Medikamenten etc. kostenlos. Am Ende unserer Führung klappt der Nächste unserer Gruppe zusammen und wird medizinisch versorgt. So bekommen wir die einmalige Gelegenheit in einem nicaraguanischen Krankenwagen nach Hause gebracht zu werden.

Wegen der vielen Ausfälle (wir sind nur noch zu sechst) beschließen wir, das Programm am Dienstag ausfallen zu lassen, um allen etwas Zeit zu geben, sich wieder ein bisschen zu erholen.

Dienstagabend treffen wir uns wieder, um Melissas 25. Geburtstag zu feiern. Die Kranken sind wieder einigermaßen fit, dürfen allerdings noch keinen Alkohol trinken. Deswegen stoßen wir mit Cola und einer großen Nicaraguanischen Torte an (lecker, aber wegen des vielen Zuckergusses extrem süß). Traditionell bekommt Melissa auch eine Piñata, die tanzend und mit verbundenen Augen zerschlagen werden muss.

von Johanna

Eine Festung im Regenwald

Der Erste Ausflug, der uns so richtig in den Regenwald bringen sollte, führte uns in den verschlafenen Ort El Castillo. El Castillo ist – wie der Name schon ahnen lässt – nach einem Kastell der spanischen Konquistadoren benannt, welches an einer strategisch sinnvollen Position am Rio San Juan im Jahre 1672 erbaut wurde. Somit liegt El Castillo zwischen San Carlo und San Juan de Nicaragua. Die Ortschaft ist ausserdem geprägt durch die Nähe zum Naturreservat Indio Maiz und durch einige Touristen. Somit kann man wenige Autos auf den Straßen sehen, aber dafür Pensionen und Restaurants, beworbene Touristenangebote. Während unsere Gruppe am Freitag Nachmittag anreiste, bereitet sie sich in unserer schönen Pension schon auf die Aktivitäten des Samstag vor. An diesem Samstag, dem 13. August, besteigt unsere Gruppe morgens zwei Boote, um das Naturreservat Indio Maiz zu erkunden (das Reservat begleitet den Rio auf linker Seite ab etwa El Castillo bis San Juan de Nic.). Alle sind so gut es geht auf die zu erwartenden Mücken mit langer Kleidung und Mückenmittel vorbereitet. Doch es ist auch sehr heiss und stickig. Der Weg ist schmal, Äste, Sträucher und Bäume versperren ihn teilweise. Der rötliche Tonboden verwandelt sich schnell in Matsch. Der Tourguide weist hin und wieder auf Pflanzen, Insekten oder andere Tiere hin, so zum Beispiel auf Kautschukbäume, Faulttiere oder einen der vielen Brüllaffen. Auch Anekdoten aus dem Contra-Krieg dürfen nicht fehlen. Nach einer Zeit des konzentrierten Laufens geht es jetzt zurück in unsere Pension. Am frühen Nachmittag ist die Gruppe geduscht und zwar geschafft, aber gut drauf. Als nächstes steht für Interessierte der Besuch einer Kakao-Kooperative auf dem Programm. Die Kooperative gehört etwa 80 Kleinbauern. An die Kooperative können Bauern aus der Umgebung ihre Kakaobohnen verkaufen, die dort dann getrocknet und entweder exportiert oder zu ersten Produkten verarbeitet werden. Der Besuch ist sehr interessant, wir bekommen danach sogar die Möglichkeit, Schokolade zu kaufen. Auf dem Rückweg schauen wir noch bei einem Laden mit traditionellem Kunsthandwerk vorbei. Nach dem Abendessen geht es noch in eine Bar, wo wir den Abend bei einem kühlen Bier ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen machen wir uns zur Besteigung der Festung  bereit. Die gut erhaltene Festung liegt auf einem Hügel über der Stadt direkt am Rio San Juan. Da mit ihr der Zufahrtsweg nach Granada und zum Nicaragua See kontrolliert werden konnte, kam ihr große Bedeutung zu. Danach Abstieg und Rückfahrt nach San Carlos. Obwohl es erst nach einem gelungenem Abschluss für den Ausflug aussah, hinterließ der Sonntag bei manchen einen etwas „bitteren“ Nachgeschmack. Nach zügigem Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen mussten drei Mitglieder unserer Gruppe noch am Abend im Krankenhaus behandelt werden (inklusive mir). Doch Dank der guten Behandlung konnte es mit der Stimmung bald wieder bergauf gehen.

Jonas

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